29 | 10 | 2020

Neues zur Strukturreform

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Kirchenentwicklung im Bistum Trier! Die Materie ist komplex. Der Meinungen sind viele. Ringen um die Richtung! Ungeduld, Müdigkeit und Erwartungen gleichermaßen beschreiben das Wechselbad der Gefühle. Keine leichte Zeitstunde. So war das heutige Beratungstreffen der diözesanen Räte, der Dechanten wie auch der Vertreterinnen und Vertreter verschiedener diözesaner Einrichtungen (z.B. der Caritas) in Trier (teils über Videokonferenz) mit der Bistumsleitung wichtig.

Seit unserem letzten Zusammensein in dieser Konstellation im Juni, hatten über die Sommermonate hinweg verschiedene Kleingruppen intensiv an Themen, die die Zukunft der Pfarreien betreffen, weitergearbeitet. Die Akteure standen vor der Aufgabe, die römischen Eingaben zu berücksichtigen (z.B. Geschwindigkeit rauszunehmen, überschaubarere Einheiten schaffen, Pfarrer im Leitungsamt zu belassen), ohne dabei die Ergebnisse der Synode aufzugeben, deren Wert von keiner Seite angezweifelt wird.

Die Überlegungen der Arbeitsgruppen sind von der Bistumsleitung gebündelt und in drei mögliche Modelle gegossen worden. Diese wurden uns vorgestellt.

Beim ersten denkbaren Modell, Ein-Ebene-Modell genannt, würde die mittlere Ebene (Dekanate) aufgehoben, zurück blieben 172 Pfarreiengemeinschaften, die zu Pfarreien fusionieren. Es gäbe dann also nur noch die Bistumsebene und innerhalb des Bistums die zukünftigen, dann räumlich größeren Pfarreien, etwa 172 an der Zahl. (1/172)

Die beiden anderen Szenarien zählen zum sog. Zwei-Ebene-Modell, das sich nochmals in zwei Varianten denken lässt. Eine Variante lautet: Wir behalten die mittlere Ebene (die geplanten 35 pastoralen Räume) bei, lösen aber innerhalb dieser Flächen die Dekanate, die Pfarreiengemeinschaften und Kirchengemeindeverbände auf, sodass 887 kleine Pfarreien zurückblieben, die nach und nach fusionieren d.h. zusammengeführt werden könnten.

Eine andere Variante im Zwei-Ebenen-Modell hieße: Wir behalten die mittlere Ebene (die geplanten 35 pastoralen Räume) bei, und regen innerhalb dieser großen Räume die Fusion der 172 bestehenden Pfarreiengemeinschaften zu Pfarreien an.

Als am frühen Nachmittag nach Diskussion in der Großgruppe und in Kleingruppen der Bischof für sich ein Stimmungsbild erbat, ergab sich folgendes Bild. Die meisten roten Karten sah Bischof Stephan in Bezug auf das Ein-Ebene-Modell, also eher Ablehnung. Viele gelbe Karten (also durchaus denkbar) sah er bzgl. der Variante 35/887 im Zwei-Ebenen-Modell. Die meisten grünen Karten zogen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, als es darum ging das Modell 35/172 zu bewerten. Hier zeigte sich die größte Zustimmung. Mehrheitlich ging die Meinung auch dahin, Fusionen nicht auf einen Schlag hoheitlich anzuordnen, sondern innerhalb eines Zeitfensters von z.B. drei bis fünf Jahren nach und nach zuzulassen/anzustreben.

Unbestritten ist, es braucht im Herbst eine Entscheidung der Leitungsebene der Diözese, wohin die Reise geht. Die Alternative zum Jetzigen muss klar aufleuchten, je früher umso besser. Denn es sind noch genügend Hausaufgaben zu erledigen, z. B Klärung von Art und Rolle der zukünftigen Gremien. Bischof Stephan hat ein Schreiben an die amtierenden Räte angekündigt.

Herzliche Grüße!

Ihr Pastor M. Veit

Die Präsentation als Grundlage der Beratungen veröffentlicht auf der Bistumshomepage finden Sie unter https://t1p.de/Synodenumsetzung-September2020